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Karton, ca. 21 x 22,5 x 6,5 cm
ISBN: 978-3-579-07412-2
€ 59,99 [D] | € 51,40 [A] |
CHF 66,90*
(* empf. VK-Preis)

Herzfigur mit Schieber Herzfigur mit Schieber

Spielanleitung

Mit den Herzfiguren eine neue Dimension bilblischer Geschichten entdecken

Es gibt mehre Möglichkeiten, biblische Geschichten mit Hilfe der Herzfiguren zu erzählen.

Variante 1: Erzählung und Darstellung durch einen einzelnen Erzähler / eine einzelne Erzählerin

Die zuhörenden und zuschauenden Personen sitzen im Kreis. Die erzählende Person hat die 10 Grundfiguren, die zwei Emotionsfiguren und ein Herz mit den Farbschiebern vor sich liegen. Mit wenigen Hilfsmitteln inszeniert sie den Schauplatz des Geschehens, benennt die Figuren und ordnet ihnen ihre Rollen zu. Dann beginnt die Erzählung, zum Beispiel nach Lk 19,1–10: »Das ist Zachäus. Zachäus ist oft einsam. Er hat keine Freunde.« Der Erzähler / die Erzählerin zeigt die Emotionsfigur Trauer und Angst. »Wie sich Zachäus wohl fühlt?« Die Zuhörenden und Zuschauenden sprechen über die Gefühle des Zachäus und benennen Angst und Trauer. Der Erzähler / die Erzählerin schiebt einen grauen und einen schwarzen Farbschieber in die Figur. Im weiteren Verlauf der Erzählung werden dann die Grundfiguren eingesetzt. Alle Personen werden mit den Grundfiguren dargestellt – auch Zachäus. Nur ab und an, zur Verdeutlichung von Angst und Trauer, Liebe und Vertrauen, kommen die Emotionsfiguren ins Spiel. Dann wird die Emotionsfigur neben die Grundfigur gestellt. Die Körperhaltung dieser Figuren gibt ihren Gefühlen zusätzlich Ausdruck. Wenn wir unsere Gefühle in der Öffentlichkeit nicht direkt zeigen können oder auch nicht zeigen wollen, entstehen oft Missverständnisse weil andere nicht wissen, wie wir uns wirklich fühlen. Die in sich versunkene Figur zeigt, wie Zachäus seine Angst und Trauer alleine, zu Hause, zum Ausdruck bringen würde. (»Wie würden Angst und Trauer bei Zachäus aussehen, wenn er für sich ganz alleine wäre?«) Die einfachen Figuren, Höhlenmalereien gleich, sprechen das archaische Bewusstsein an (Jean Gebser). Die im Spielverlauf durch die Aufstellung der Figuren entstehenden soziogrammartigen Grundmuster elementarisieren komplizierte Beziehungsgefüge. Die mögliche archetypische Wirkung gibt Anteil an kollektiven Erfahrungen. Die Einfachheit der Form der Herzfiguren, die übersichtliche Gestaltung der szenischen Abläufe und die Grunddifferenzierung der Gefühle ermöglichen ähnliche Erlebnis- und Erfahrungszugewinne wie bei Märchen. Durch die Visualisierung der Gefühle werden die Erlebnisinhalte der biblischen Geschichten zu Identifikationsmöglichkeiten für die eigene Geschichte und Lebenssehnsucht. Die erzählende Person kennt die biblische Geschichte und die zu erwartenden Gefühle der einzelnen Protagonisten. Sie inszeniert sie im Ablauf der Erzählung nach Aktion und Reaktion. Der Erzähler / die Erzählerin lässt die Gefühle aber von Zuhörenden benennen. Es gibt keine falschen Gefühle. Alle Gefühle sind möglich und sollten nach dem Schema Aktion und Reaktion überprüft werden. »Ist es so?« – »Warum glaubst du, fühlt er / sie so?« Sollte jemand der Zuhörenden ein unerwartetes Gefühl benennen, sollte er oder sie auch sagen können, warum diese Figur so fühlt und welche Reaktionen daraus bei den anderen Protagonisten folgen. Die Zuhörenden korrigieren sich gegenseitig und der Erzähler / die Erzählerin führt dann wieder auf die Spur des Handlungsgeschehens der Geschichte.

Variante 2: Ein Erzähler / eine Erzählerin und mehrere Darstellende / Mitspielende

Vor Beginn der Erzählung werden die Rollen verteilt. Jeder Spieler / jede Spielerin sucht sich, nachdem der Erzähler / die Erzählerin die Rollen vorgestellt hat, aus den unterschiedlichen Grundfiguren »seine« Figur aus und achtet auf die Anleitung des Erzählers / der Erzählerin. Jeder Spieler / jede Spielerin hat ein Set mit den farbigen Schiebern zur Symbolisierung der Grundgefühle. Daraus nimmt er / sie die jeweils zum Verlauf der Szene passenden Gefühle für seine / ihre Figur. Wie und wo der Spieler / die Spielerin seine / ihre Figur im Handlungsgeschehen platziert, obliegt seinem / ihrem Vorstellungsvermögen, lässt sich aber aus der Erzählung erschließen. Dadurch kommt eine zusätzliche Variante mit ins Spiel. Die Spielenden korrigieren sich gegenseitig. Der Erzähler / die Erzählerin moderiert.

Beispiel einer Vorbereitung zur Spielvariante 2:

Regenbogen-Lebensfarben (nach 1 Mose 7–9,17)

Benötigtes Spielmaterial:

  • 8 Grundfiguren: Noah und seine Frau und seine 3 Söhne mit ihren Frauen
  • eine Emotionsfigur: Liebe / Vertrauen
  • Herz-Sets mit Farbschiebern
  • ein großes gefaltetes Schiff oder ein Karton o.Ä., der als Arche dienen kann
  • Holzbausteine für die Stadt und den Altar
  • Tierumrisse, ausgemalt (Kopiervorlagen)
  • eine kleine gefaltete Papiertaube
  • grünes Blatt
  • Regenbogenumriss
  • blaues und grünes Tuch

Ausgangssituation:

Erzähler / E rzählerin und Mitspielende sitzen um einen Tisch. E. und die Mitspielenden haben die Herz-Sets vor sich liegen. E. baut mit wenigen Bausteinen andeutungsweise das Dorf, in dem Noah mit seiner Familien lebt. E. beschreibt die Rollen. Die Mitspielenden wählen ihre Rolle und suchen sich eine passende Grundfigur aus. Die weiteren Erzählutensilien befinden sich bei dem Erzähler / der Erzählerin.

Erzähl- und Darstellungsziele:

Am Ende einer von Gott eingeleiteten Rettungsaktion steht sein Versprechen, dass ER die Schöpfung in Zukunft bewahren wird. Noahs Gottvertrauen war auch seine Rettung. In der Arche werden auf kleinstem Raum Schöpfungsverantwortung und Schöpfungsbewahrung abgebildet. Der Regenbogen mit den Gefühlsfarben zeigt, dass zum Leben alle Farben gehören.

Weitere ausgearbeitete Geschichten:

  • Die Geschichte der Brüder Kain und Abel und wie aus Neid Streit wird (nach 1 Mose 4,1–16)
  • Die ungleichen Zwillinge Esau und Jakob (nach 1 Mose 27 u. 28)
  • Die Geschichte von Jona (nach Jona 1–4)
  • Der 12-jährige Jesus im Tempel und die Liebe zum himmlischen Vater (nach Lk 2,41–52)
  • Jesus predigt in seiner Heimatstadt Nazareth (nach Lk 4,14–30)
  • Die Geschichte von dem kleinwüchsigen Zöllner Zachäus(nach Lk 19,1–10)
  • So geht's – die Geschichte vom gelähmten Mann(nach Mk 2,1–12)
  • Jesus hat Angst (nach Mt 26,36–46)
  • Jesus geht über das Wasser (nach Mt 14,22–33)
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